„Goodnews“ Compact

GOODNEWS COMPACT –

AKTUELLE INFORMATIONEN IN IHRER INBOX

Herzlich willkommen zur ersten Ausgabe unserer goodnews compact. Was einige von Ihnen vielleicht bereits als regelmäßig erscheinende Zeitschrift unseres Unternehmens kennen, haben wir nun um einen elektronischen Newsletter ergänzt, der Sie über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden hält.

An Themen für diese erste Ausgabe hat es uns dabei nicht gemangelt. Die anhaltend schwierige Situation bei der Binnenschiffsabfertigung in Rotterdam und Antwerpen wurde nur noch von der Streckensperrung der Rheintalbahn im Süden Deutschlands übertroffen. Zu diesen Events finden Sie einen Beitrag, der beschreibt, was in so einer Situation weiterhilft. Und einen Blick hinter die Kulissen bieten wir Ihnen in diesem Zusammenhang ebenfalls.

Doch es gibt auch Positives zu berichten: Die Swissterminal AG wird zum 1.11.2017 ihr Containerterminal in Niederglatt wiedereröffnen. Mehr Details und Hintergründe zu dieser Entscheidung verraten wir Ihnen unten.  Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen der ersten Ausgabe unserer GoodNews Compact und freuen uns auf Ihr Feedback!

Mehr Kapazität im Großraum Zürich

Die Swissterminal AG nimmt den Betrieb ihres Containerterminals am Standort Niederglatt im Gemeindegebiet Niederhasli bei Zürich zum 1.11.2017 wieder auf. Das Unternehmen reagiert mit diesem Entschluss auf eine gesteigerte Kundennachfrage, um so einen der wichtigsten Märkte der Schweiz auch künftig bedarfsgerecht bedienen zu können.

Ab 2012 wurde der Großraum Zürich ausschließlich über den Standort Rekingen abgedeckt. Der dortige Mietvertrag läuft jedoch aus. Über den Standort Niederglatt bietet die Swissterminal AG Verladern in der Region Zürich auch weiterhin die Möglichkeit, Container direkt vor der Haustür im Kombinierten Verkehr von und zu den Seehäfen ökologisch und zugleich verkehrsentlastend zu transportieren.

Die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene ist ein bedeutender Eckpfeiler der schweizerischen sowie europäischen Verkehrspolitik. Mit der Inbetriebnahme des Terminals Niederglatt leistet die Swissterminal AG einen wichtigen Beitrag zur Entlastung der stark befahrenen Autobahnverbindung zwischen den Industriestandorten Basel und Zürich.

Ab dem 1.11.2017 wird die Swissterminal AG das Terminal Niederglatt durch einen Antennenverkehr mit ihrem Hauptstandort in Frenkendorf nahe Basel verbinden. Dabei werden zunächst drei Züge pro Woche mit einer jeweiligen Kapazität von 32 TEU eingesetzt.

Das effiziente Containerterminal Niederglatt bietet Stellplätze für bis zu 4.000 TEU auf einer Betriebsfläche von 34.000 m2. Dies entspricht einer Kapazitätssteigerung von 320% im Vergleich zum Standort Rekingen. Das Terminal ist mit 12 Reeferanschlüssen ausgestattet. Es verfügt über einen Reachstacker mit einer Hublast von 45 t sowie einem Stapler für Leercontainer. Der Umschlag von Gefahrgut ist in Niederglatt nicht möglich.

Situiert in der Gemeinde Niederhasli, ist das Terminal über den Gleisanschluss Niederglatt direkt an die Schiene angebunden. Darüber hinaus stellen Anschlüsse an die Autobahnen A1 und A51 den einfachen Weitertransport in die angrenzende Region sicher.

Der Standort Niederglatt profitiert darüber hinaus vom Serviceausbau des Schweizerzugs, der seit dem vergangenen Juli neben Rotterdam auch Antwerpen anläuft.

Roman Mayer, Präsident und Delegierter des Verwaltungsrates der Swissterminal AG, erläutert die Hintergründe für die Entscheidung, den Terminalbetrieb nach Niederglatt zu verlegen: „Wir reagieren mit der Eröffnung des Terminals in Niederglatt auf Anfragen aus dem Markt. Die Region Zürich ist ein immens wichtiger Standort für viele unserer Kunden. Da jedoch etliche Straßenanbindungen insbesondere in Richtung Basel stark überlastet sind, wird die Verlagerung von Güterverkehr auf die Schiene immer wichtiger. Zudem kommt der ökologische Aspekt hinsichtlich der Verringerung von Schadstoffemissionen. Wir haben diesen Bedarf erkannt und freuen uns, unseren Kunden mit Niederglatt eine sinnvolle und effiziente Lösung für ihren Warentransport anzubieten.“

Zusammen ist man stärker

Die Lieferkette lebt von einem Ineinandergreifen verschiedener Rädchen. Je enger die Glieder miteinander verknüpft sind, desto besser der Prozess. Wie wichtig eine Kooperation zwischen den verschiedenen Akteuren insbesondere beim Gütertransport ist, haben die Ereignisse der vergangenen Wochen eindrücklich bewiesen.

Dieser Sommer hatte es in sich. Nachdem es am 12. August 2017 im Rahmen von Tunnelarbeiten bei Rastatt in Baden-Württemberg zu einer massiven Absenkung der Gleise kam, wurde ein Teilstück der Rheintalbahn zwischen Rastatt und Baden-Baden für den Schienenverkehr gesperrt.

Die Kommunikation der Deutschen Bahn verlief schleppend, doch schließlich kristallisierte sich heraus, dass die Unterbrechung voraussichltich bis in den Oktober hinein andauern wird. Für Betreiber von Güterzügen und ihre Kunden kam diese Nachricht einem Super-GAU gleich. Die Schließung eines Teilstücks eines der wichtigsten europäischen Frachtkorridore ist schlimm genug. Die Tatsache, dass Alternativrouten aufgrund von Baumaßnahmen nur unzureichend verfügbar waren, verschlimmerte die Lage jedoch weiter. Diese Situation zeigte deutlich, dass viele Verlader auf eine Karte setzen, was das Routing ihrer Ladung angeht. Es fehlt oftmals an einem profunden Risikomanagement. Die Lage zeigte allerdings ebenfalls, welche Transportunternehmen in der Lage waren, schnell und flexibel zu agieren, um alternative Routen auszuarbeiten – und diese Pläne dann auch effektiv umsetzten. So konnte der Schweizerzug bereits nach kurzer Zeit eine Transportalternative über Stuttgart realisieren.

 

Zu viele Boxen auf einen Schlag

Doch damit nicht genug. Dass die Sommerzeit zugleich Stauzeit ist, galt in diesem Jahr nicht nur für die Straße, sondern auch für Schiffe an Terminals in Rotterdam und Antwerpen. Seit Mai kommt es sowohl bei den ausgehenden Verkehren in Richtung Übersee als auch bei der Verschiffung von Boxen ins Hinterland immer wieder zu massiven Verspätungen. Überseeschiffe mit einer Kapazität von 20.000 Teu liegen teilweise länger als 24 Stunden im Terminal, Binnenschiffe warten oftmals zwischen 50 und 100 Stunden auf ihre Abfertigung. Die Neustrukturierung der Fahrpläne der großen Containerreederei-Allianzen hat in den Häfen für Wirbel gesorgt. Der ausschlaggebende Faktor für die Problematik ist allerdings das anhaltend hohe Niveau der Containermengen in Rotterdam und Antwerpen, die die Terminals aufgrund zunehmender Schiffsgrößen auf einen Schlag erreichen. Beide Häfen verzeichneten im ersten Halbjahr 2017 indes weitere Zuwächse beim Umschlagvolumen der Boxen. Daher warnen Industrieexperten, dass sich Wartezeiten bei der Containerabfertigung von Binnenschiffen vorerst nicht vermeiden lassen werden.

 

Kooperation ist die Antwort

Für Terminalbetreiber, Binnenschiffsoperateure, Lkw-Unternehmer und vor allem Verlader führt diese Gesamtsituation an Terminals und auf der Schiene zu großen Herausforderungen. Planungsunsicherheit, Verzögerungen und Extrakosten sorgen dafür, dass die Frage nach Lösungen, wie der Transportablauf aufrechterhalten werden könnte, immer dringender wurde.

So schwierig die Problematik, so simpel die Erkenntnis: Flexibilität, offene Kommunikation und vor allem Kooperation zwischen den verschiedenen Verkehrsträgern sowie auch Marktakteuren sind hier die Schlüsselworte. Im Sommerverlauf erwies sich der Gütertransport auf der Schiene oftmals dort als lohnende Alternative, wo Binnenschiffe am Terminal warten mussten, denn hier verlief die Abfertigung sehr viel besser. Seit der Sperrung der Rheintalstrecke hat sich die Situation allerdings umgekehrt. Da Güterzüge auf Alternativrouten nur mit einer verminderten Kapazität fahren können, fangen Binnenschiffe zahlreiche Transporte auf und sorgen dafür, dass die Ladung trotz aller Schwierigkeiten ihren Bestimmungsort erreicht.

Der Schweizerzug operiert unter einem Notfallfahrplan derzeit mit zwei Rundläufen pro Woche. Auch wenn die Abfahrten damit weniger zahlreich sind als der Regelfahrplan vorsieht, hat die Betreiberin Swissterminal AG die Transportdauer je Abfahrt optimiert. Roman Mayer, Präsident und Delegierter des Verwaltungsrates der Swissterminal AG, erläutert: „Bereits Anfang August haben wir die Transportzeit unseres Schweizerzuges weiter verbessert. So erreichen wir im Export die Rotterdamer Terminals APM2, RWG und EMX abhängig von der jeweiligen Abfahrt teilweise drei Tage, mindestens jedoch einen Tag früher als zuvor. Auch beim Import bieten wir alle Abfahrten der Maasvlakte-Terminals attraktiv per Bahn an. Und beim Terminal EMX fährt der Schweizerzug nun montags und freitags jeweils zwei Tage Zeitersparnis heraus.“

Zusammen ist man stärker, das hat sich in den vergangenen Wochen wieder einmal bewahrheitet. Um den wachsenden Anforderungen für Hinterlandverkehre auch künftig gerecht zu werden, sind effiziente Arbeitsabläufe entlang der gesamten Lieferkette und eine funktionstüchtige Verkehrsinfrastruktur jedoch wichtiger als je zuvor.

 

Die aktuellen Fahrpläne des Schweizerzugs mit den angepassten Abfahrtszeiten finden Sie hier.

„Gesunder Menschenverstand war gefragt!“

Der Schweizerzug konnte als eines der ersten Unternehmen alternative Transportoptionen während der gesperrten Strecke der Rheintalbahn anbieten. Aber was geschieht in so einer Notfallsituation bei einem Zugbetreiber eigentlich hinter den Kulissen? Wir haben bei Adriana Dittrich (AD), Head of Customer Service and Planning bei der Swissterminal AG, nachgefragt.

Die Schienensperrung zwischen Rastatt und Baden-Baden hält bereits seit drei Wochen an und stellt Bahnbetreiber vor große Herausforderungen. Der Schweizerzug hat vergleichsweise sehr schnell einen Notfallplan ausgearbeitet. Wie haben Sie das geschafft?

AD: Wir haben direkt am 12. August, als sich der Vorfall ereignete, davon erfahren. Das war unser großer Vorteil. Wir haben noch am selben Wochenende eine Krisensitzung gehalten und an einem Notfallplan gearbeitet. Hier haben wir die verschiedenen Optionen, um den Containertransport trotz der gesperrten Rheintalstrecke einigermaßen aufrecht zu erhalten, evaluiert. Und uns wurde schnell klar, dass die beste Möglichkeit zunächst einmal der Transport per Binnenschiff war, um größere Rückstaus zu vermeiden.

War es denn möglich, so kurzfristig geeignete Tonnage zu finden?

AD: In so einem Fall sind gute Kontakte natürlich Gold wert. Dadurch waren wir relativ schnell in der Lage, unseren Kunden ein konkretes Angebot für den Bargetranport zu machen. Die hier anfallen Kosten sind zwar höher als es normalerweise der Fall ist, aber Angebot und Nachfrage bestimmen nun einmal den Preis, das ist in einer Krisensituation leider nicht anders.

Die Verbindungen, die Sie anbieten, laufen normalerweise über den Hub Neuss. Ist dies derzeit auch der Fall?

AD: Teilweise. Einerseits haben wir einige Abfahrten von Rotterdam und Antwerpen über Neuss laufen lassen. Andererseits haben wir ab Rotterdam auch bereits einige direkte Verbindungen nach Basel angeboten. Somit konnten wir dementsprechend Zeit und unsere Kunden Geld sparen. Diese Option war allerdings zunächst auch mit einigen Herausforderungen verbunden!

Was genau meinen Sie damit?

AD: Um an bestimmten Terminals anzulegen, mussten wir als Bargebetreiber zunächst einmal offiziell als Kunde des jeweiligen Betriebs eingetragen sein. Damit waren einige administrative Punkte verbunden, die teilweise recht zeitintensiv waren. Aber auch hier haben uns gute Kontakte sehr weitergeholfen. Letztlich konnten wir über kurze, direkte Wege kommunizieren, da die entsprechenden Partner die Dringlichkeit der Angelegenheit erkannt haben. Hier war gesunder Menschenverstand gefragt, und kein Beharren auf bürokratische Prozesse. Ein anderer Punkt war allerdings, dass wir uns von heute auf morgen in neue Systeme einarbeiten mussten. Wir haben also viel gelernt – auch wenn es eher learning by doing war. Hier konnten wir uns aber vor allem auf die gute Unterstützung von unseren Partnern aus den Niederlanden freuen.

Wie sieht die Situation aktuell aus?

Wir beobachten die Containermengen weiterhin und entscheiden von Woche zu Woche, ob es notwendig ist, weitere Kapazitäten per Schiff ab Neuss oder optional auch ab Rotterdam abzufertigen. Mit dem Schweizerzug operieren wir mittlerweile auf einer Ausweichstrecke und haben den Container-Rückstau der vergangenen Wochen gut abgearbeitet. Allerdings haben wir es immer noch mit einer hohen Planungsunsicherheit zu tun. Wir wissen derzeit noch nicht, wie lange die Längenbeschränkung unseres Zugs auf 510 m aufgrund von Baumaßnahmen auf der Alternativstrecke über Singen in Kraft bleiben wird. Wir hoffen aber, dass wir schnell zur normalen Zuglänge zurückkehren können. Noch besser wäre es natürlich, wenn wir rasch wieder drei Rundläufe pro Woche statt aktuell zwei anbieten können.

Was ist denn Ihr persönliches Fazit aus den vergangenen Wochen?

AD: Es war eine anstrengende Zeit, das ist klar. Ich muss aber auch sagen, dass wir aus der Situation viel mitnehmen konnten. Solche Ereignisse wie die Teilsperrung von einem der wichtigsten Transportkorridore in Europa möchte niemand von uns erneut erleben. Aber die Zusammenarbeit zwischen Teamkollegen und Geschäftsleitung war super und gemeinsam haben wir neue Wege gefunden, um diese Krisensituation bestmöglich meistern zu können. Probleme wie diese kann man nicht verhindern – aber man kann lernen, wie man mit derartigen Situationen umgeht und seinen Horizont wieder ein kleines Stückchen erweitern. Und das ist letztlich doch ein schönes Gefühl.